bochumer-vz.de
Manfred Bruns

Manfred Bruns

31. August 2025

Ehlers-Danlos-Syndrom Diagnose: Ihr Wegweiser

Ehlers-Danlos-Syndrom Diagnose: Ihr Wegweiser

Inhaltsverzeichnis

Die Diagnose des Ehlers-Danlos-Syndroms (EDS) ist oft ein komplexer und langwieriger Prozess. Da die Symptome vielfältig sind und leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können, ist ein klarer Leitfaden für Betroffene und Ärzte unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet die einzelnen Schritte der Diagnostik und gibt praktische Hinweise, wie Sie vorgehen können.

Die Diagnose des Ehlers-Danlos-Syndroms: Ein mehrstufiger Weg zu Klarheit und Therapie

  • Die EDS-Diagnose basiert auf den internationalen Kriterien von 2017 und beginnt mit einer umfassenden Anamnese und klinischen Untersuchung.
  • Der Beighton-Score ist ein zentrales Werkzeug zur Bewertung der Gelenkhypermobilität.
  • Für das hypermobile EDS (hEDS) sind klinische Kriterien entscheidend, da es keinen bekannten genetischen Marker gibt.
  • Bei Verdacht auf seltene EDS-Typen ist eine molekulargenetische Untersuchung zur Sicherung der Diagnose unerlässlich.
  • In Deutschland ist die Suche nach spezialisierten Ärzten und Zentren oft langwierig, Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung.
  • Eine präzise Diagnose ist der Schlüssel zu interdisziplinärer Therapie und verbessertem Management der Symptome.

Die unsichtbare Krankheit: Wenn Symptome falsch gedeutet werden

Es ist leider keine Seltenheit, dass Menschen mit Ehlers-Danlos-Syndrom einen wahren "Odyssee" hinter sich haben, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Die Symptome sind so vielfältig und unspezifisch, dass sie oft fehlinterpretiert werden. Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit oder Verdauungsprobleme werden nicht selten als Fibromyalgie, unspezifische Schmerzerkrankungen oder gar psychosomatische Beschwerden abgetan. Diese Fehldiagnosen führen nicht nur zu einer Verzögerung der adäquaten Behandlung, sondern auch zu Frustration und Verzweiflung bei den Betroffenen. Die Komplexität des EDS macht es für Ärzte, die nicht auf seltene Bindegewebserkrankungen spezialisiert sind, schwierig, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Von Odyssee zu Klarheit: Die entscheidende Rolle einer präzisen Diagnose

Eine präzise Diagnose des Ehlers-Danlos-Syndroms ist weit mehr als nur eine medizinische Feststellung; sie ist ein entscheidender Wendepunkt für Betroffene. Sie gibt endlich eine Erklärung für jahrelange, oft unerklärliche Beschwerden und eröffnet den Weg zu einer gezielten, interdisziplinären Therapie. Mit einer gesicherten Diagnose können Ärzte und Therapeuten spezifische Behandlungspläne entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dies verbessert nicht nur das Management der Symptome, sondern auch die Lebensqualität erheblich. Die Klarheit, die eine Diagnose bringt, ist oft der erste Schritt, um wieder Kontrolle über die eigene Gesundheit zu gewinnen und sich weniger allein mit seinen Beschwerden zu fühlen.

Ehlers-Danlos-Syndrom Symptome Übersicht

Erste Anzeichen erkennen: Wann EDS in Betracht ziehen?

Mehr als nur "biegsam": Typische Anzeichen und Symptome im Überblick

  • Gelenkinstabilität und Luxationen: Wiederkehrende Ausrenkungen oder Subluxationen von Gelenken, oft schon bei geringer Belastung.
  • Überdehnbare Haut: Die Haut lässt sich ungewöhnlich weit dehnen und kehrt nach dem Loslassen schnell in ihre ursprüngliche Form zurück.
  • Abnorme Narbenbildung: Wunden heilen schlecht, und es bilden sich dünne, papierartige oder atrophe Narben, oft auch ohne erkennbare Verletzung.
  • Chronische Schmerzen: Anhaltende Schmerzen in Muskeln und Gelenken, oft ohne klare Ursache und schwer zu behandeln.
  • Erhöhte Müdigkeit: Deutliche Erschöpfung, die über normale Müdigkeit hinausgeht und die täglichen Aktivitäten einschränkt.
  • Probleme mit inneren Organen: Dies kann von Verdauungsstörungen über Herzklappenprobleme bis hin zu Problemen mit Blutgefäßen reichen, abhängig vom spezifischen EDS-Typ.
  • Andere Bindegewebsveränderungen: Dazu können z. B. Probleme mit dem Zahnhalteapparat, der Augenlinse oder der Dura Mater gehören.

Die zentrale Rolle der Familienanamnese: Genetische Spurensuche

Die Familienanamnese ist ein Eckpfeiler in der diagnostischen Reise des Ehlers-Danlos-Syndroms. Da EDS eine Gruppe genetisch bedingter Bindegewebserkrankungen ist, ist es entscheidend zu wissen, ob ähnliche Symptome oder diagnostizierte Bindegewebserkrankungen in der Familie vorkommen. Das Erfassen der Krankengeschichte von Eltern, Geschwistern und sogar Großeltern kann wertvolle Hinweise liefern. Hatte ein Elternteil unerklärliche Gelenkprobleme? Gab es bei Geschwistern auffällige Narbenbildungen? Solche Informationen können dem Arzt helfen, die Wahrscheinlichkeit eines EDS einzugrenzen und gezieltere Untersuchungen einzuleiten. Es ist, als würde man nach genetischen Spuren suchen, die den Weg zur richtigen Diagnose ebnen.

Vorbereitung auf den Arztbesuch: So dokumentieren Sie Ihre Beschwerden richtig

  • Symptomtagebuch führen: Notieren Sie alle auftretenden Symptome, deren Beginn, Dauer, Intensität (z. B. auf einer Skala von 1-10) und auslösende Faktoren.
  • Gelenkbeschwerden festhalten: Dokumentieren Sie, welche Gelenke betroffen sind, ob es zu Luxationen oder Subluxationen kam und wie diese behandelt wurden.
  • Hautveränderungen beobachten: Beschreiben Sie auffällige Narben, die Entstehung von Hämatomen oder die Überdehnbarkeit der Haut.
  • Familiäre Vorerkrankungen sammeln: Fragen Sie Verwandte nach bekannten Bindegewebserkrankungen, Gelenkproblemen, Hautauffälligkeiten oder unerklärlichen Beschwerden.
  • Vorherige Diagnosen und Behandlungen auflisten: Bringen Sie eine Liste aller bereits gestellten Diagnosen und durchgeführten Therapien mit.

Beighton-Score Gelenkhypermobilität

Der Weg zur Diagnose: So wird das Ehlers-Danlos-Syndrom festgestellt

Das Fundament der Untersuchung: Die klinischen Diagnosekriterien von 2017

Die Grundlage für die Diagnose des Ehlers-Danlos-Syndroms bilden die international anerkannten Kriterien von 2017. Diese Kriterien sind entscheidend, um eine einheitliche und verlässliche Diagnose zu ermöglichen. Der diagnostische Prozess ist dabei klar strukturiert und mehrstufig:

  1. Umfassende Anamnese: Zuerst wird Ihre Krankengeschichte detailliert erfasst. Dazu gehören Ihre aktuellen Beschwerden, frühere Erkrankungen, aber auch die Krankengeschichte Ihrer Familie.
  2. Gründliche klinische Untersuchung: Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der gezielt auf Anzeichen von Bindegewebsschwäche geachtet wird.
  3. Erfüllung der spezifischen Kriterien: Basierend auf Anamnese und Untersuchung wird geprüft, ob die Kriterien für einen bestimmten EDS-Typ erfüllt sind. Für das häufigste EDS, das hypermobile EDS (hEDS), sind dies drei Hauptkriterien: (I) Generalisierte Gelenkhypermobilität, (II) das Vorhandensein von mindestens zwei aus drei spezifischen Merkmalen (systemische Manifestationen, positive Familienanamnese, muskuloskelettale Komplikationen) und (III) der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen könnten.

Der Beighton-Score im Detail: Wie Gelenkhypermobilität objektiv gemessen wird

Der Beighton-Score ist ein standardisiertes Verfahren, um die allgemeine Gelenkhypermobilität zu quantifizieren. Er ist ein zentrales Werkzeug bei der klinischen Untersuchung und hilft dabei, ein wichtiges Kriterium für die EDS-Diagnose objektiv zu bewerten. Hierbei werden bestimmte Gelenke auf ihre Beweglichkeit geprüft:

  • Die Fähigkeit, die kleinen Finger der Hände passiv über 90 Grad nach außen zu biegen.
  • Die Fähigkeit, die Ellbogen nach hinten zu überstrecken.
  • Die Fähigkeit, die Knie nach hinten zu überstrecken.
  • Die Fähigkeit, die Daumen zur Handfläche zu führen.
  • Die Fähigkeit, die Fußknöchel zu überstrecken.

Für die Diagnose des hypermobilen EDS (hEDS) gelten folgende Schwellenwerte:

  • Ein Beighton-Score von ≥5 bei Erwachsenen bis 50 Jahre
  • Ein Beighton-Score von ≥6 bei Kindern und Jugendlichen
  • Ein Beighton-Score von ≥4 bei Erwachsenen über 50 Jahre

Dieser Score liefert eine messbare Grundlage für die Beurteilung der Gelenkbeweglichkeit.

Haut, Narben und Co.: Untersuchung der Bindegewebsschwäche am ganzen Körper

Neben der Gelenkhypermobilität sind auch die Eigenschaften der Haut und die Narbenbildung wichtige Indikatoren für eine zugrunde liegende Bindegewebsschwäche. Bei der klinischen Untersuchung wird die Haut auf ihre Dehnbarkeit geprüft lässt sie sich ungewöhnlich weit greifen und zieht sie sich nach dem Loslassen schnell zurück? Ebenso wird auf die charakteristische abnorme Narbenbildung geachtet: Sind die Narben dünn, papierartig, atrophisch oder breiter als üblich? Darüber hinaus suchen Ärzte nach weiteren systemischen Manifestationen, die auf eine allgemeine Bindegewebsstörung hindeuten könnten. Dazu gehören beispielsweise Auffälligkeiten am Herzen (wie Mitralklappenprolaps), an den Blutgefäßen (z. B. Erweiterungen oder Aneurysmen) oder an den Augen (z. B. Veränderungen der Augenlinse oder der Sklera).

Ausschlussdiagnostik: Welche anderen Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden?

Eine gesicherte Diagnose des Ehlers-Danlos-Syndroms erfordert immer auch eine sorgfältige Ausschlussdiagnostik. Das bedeutet, dass andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie Gelenkschmerzen, Hautveränderungen oder Müdigkeit verursachen können, diagnostisch abgegrenzt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, Marfan-Syndrom, Loeys-Dietz-Syndrom und verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Nur wenn diese anderen Ursachen ausgeschlossen sind, kann die Diagnose EDS mit hoher Sicherheit gestellt werden. Dies ist entscheidend, um eine spezifische und wirksame Therapie einleiten zu können.

hEDS und seltene Typen: Die Bedeutung der genauen Unterscheidung

Diagnose ohne Gentest: Die besonderen Herausforderungen beim hypermobilen EDS

Das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) stellt die Ärzte vor eine besondere diagnostische Herausforderung, denn bis heute gibt es keinen bekannten genetischen Marker, der die Diagnose eindeutig sichern könnte. Die Diagnose von hEDS basiert daher ausschließlich auf der Erfüllung spezifischer klinischer Kriterien, die eine sorgfältige Anamnese und eine detaillierte körperliche Untersuchung erfordern. Dies macht die Diagnose besonders anspruchsvoll und anfällig für Unsicherheiten, da die Symptome stark variieren können und nicht immer eindeutig sind. Die Abgrenzung zu anderen Hypermobilitätsstörungen oder unspezifischen Bindegewebsschwächen erfordert viel Erfahrung und Expertise.

Wann ist ein Gentest unerlässlich? Der Weg zur molekulargenetischen Sicherung

Während die Diagnose des hEDS rein klinisch erfolgt, ist bei Verdacht auf die selteneren EDS-Typen eine molekulargenetische Untersuchung unerlässlich. Diese genetischen Tests sind der entscheidende Schritt, um die zugrunde liegende Genmutation zu identifizieren und die Diagnose zu sichern. Bei Verdacht auf zum Beispiel das klassische EDS (cEDS) werden Gene wie COL5A1 und COL5A2 untersucht, während bei Verdacht auf das vaskuläre EDS (vEDS) das Gen COL3A1 im Fokus steht. Auch bei anderen seltenen Formen sind spezifische Gene beteiligt. Die Kosten für solche genetischen Untersuchungen werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen, sofern eine klare medizinische Indikation durch einen Facharzt gestellt wird. Dies ist besonders wichtig, da die Prognose und das Management der verschiedenen EDS-Typen erheblich voneinander abweichen.

Ein Blick auf die seltenen Formen: Vom vaskulären bis zum klassischen Typ

Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist keine einheitliche Erkrankung, sondern umfasst eine Gruppe von 13 verschiedenen Subtypen, die sich in ihren genetischen Ursachen, Symptomen und ihrem Schweregrad unterscheiden. Neben dem häufigen hypermobilen EDS (hEDS) gibt es eine Reihe seltener Formen, die oft spezifische und teils lebensbedrohliche Komplikationen mit sich bringen. Dazu gehören beispielsweise das klassische EDS (cEDS) mit ausgeprägten Hautveränderungen und Gelenkhypermobilität, das vaskuläre EDS (vEDS) mit erhöhter Anfälligkeit für Gefäß- und Organrupturen, oder das kyphoskoliotische EDS (kEDS) mit schwerer Skoliose und Muskelschwäche. Die genaue Unterscheidung dieser seltenen Formen ist für die individuelle Prognose und die Einleitung spezifischer Behandlungsstrategien von größter Bedeutung.

Spezialisierte Hilfe finden: Anlaufstellen in Deutschland

Der richtige Ansprechpartner: Von Humangenetikern bis zu Zentren für seltene Erkrankungen

Die Suche nach einem Arzt, der sich mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom auskennt, kann in Deutschland eine echte Herausforderung sein. Die wichtigsten Anlaufstellen für eine fundierte Diagnostik und Beratung sind:

  • Zentren für Seltene Erkrankungen (ZSE): Diese interdisziplinären Zentren, oft an Universitätskliniken angesiedelt, bündeln Expertise für komplexe und seltene Erkrankungen wie EDS.
  • Humangenetische Institute: Hier liegt die Expertise für die genetische Diagnostik und Beratung, insbesondere bei Verdacht auf seltene EDS-Typen.
  • Spezialisierte Schmerzambulanzen: Da chronische Schmerzen ein Hauptsymptom sind, können Schmerztherapeuten mit Erfahrung in Bindegewebserkrankungen eine wichtige Anlaufstelle sein.
  • Orthopädische Kliniken mit Spezialisierung: Einige orthopädische Abteilungen haben sich auf die Behandlung von Gelenkinstabilitäten konzentriert, die bei EDS häufig auftreten.

Es ist ratsam, sich zunächst an eines dieser Zentren zu wenden, um eine umfassende Abklärung zu erhalten.

Herausforderung Wartezeit: Tipps für die Suche nach einem spezialisierten Arzt

Die Versorgungssituation für Menschen mit EDS in Deutschland ist leider oft angespannt. Spezialisierte Zentren und Ärzte sind rar gesät, und die Wartezeiten auf einen Termin können mehrere Monate, manchmal sogar über ein Jahr, betragen. Diese lange Wartezeit ist für Betroffene, die oft unter starken Beschwerden leiden, eine enorme Belastung. Hier sind einige Tipps, wie Sie die Suche angehen können:

  • Hartnäckig bleiben: Fragen Sie regelmäßig nach, ob kurzfristig ein Termin frei geworden ist.
  • Empfehlungen nutzen: Fragen Sie Ihren Hausarzt oder andere behandelnde Ärzte nach Überweisungen zu spezialisierten Kliniken.
  • Selbsthilfegruppen kontaktieren: Diese Gruppen haben oft aktuelle Listen von Ärzten und Therapeuten, die Erfahrung mit EDS haben.
  • Online-Recherche: Suchen Sie gezielt nach "Zentren für seltene Erkrankungen" oder "Humangenetik" in Ihrer Nähe und prüfen Sie deren Webseiten auf Spezialisierungen.

Geduld und Ausdauer sind hier leider oft gefragt.

Die Rolle von Selbsthilfegruppen wie der Deutschen Ehlers-Danlos Initiative e. V.

Selbsthilfegruppen spielen eine unschätzbar wichtige Rolle für Menschen mit chronischen und seltenen Erkrankungen wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom. Sie bieten nicht nur emotionale Unterstützung und einen Raum für Austausch mit Gleichgesinnten, sondern auch wertvolle praktische Hilfe. Die Deutsche Ehlers-Danlos Initiative e. V. ist eine solche Organisation, die Betroffenen mit Informationen zur Seite steht. Sie stellt oft Adresslisten von Ärzten und Therapeuten zur Verfügung, die Erfahrung mit EDS haben, und kann wertvolle Tipps für die Bewältigung des Alltags geben. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann enorm entlastend sein und das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein.

Lesen Sie auch: Gynäkologie Ultraschall: Kosten, Kassenleistung & IGeL erklärt

Leben mit EDS: Was nach der Diagnose wichtig ist

Die Diagnose als Wendepunkt: Zugang zu Therapien und Unterstützung

Die Stellung der Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom markiert oft einen entscheidenden Wendepunkt im Leben der Betroffenen. Endlich gibt es eine Erklärung für die jahrelangen, oft unverstandenen Beschwerden. Doch die Diagnose ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Weges. Sie eröffnet den Zugang zu gezielten Therapien und umfassender Unterstützung, die auf die spezifischen Bedürfnisse von EDS-Patienten zugeschnitten sind. Ob es um Schmerzmanagement, Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur oder um die Behandlung von Organproblemen geht eine gesicherte Diagnose ist die Voraussetzung dafür, dass Ärzte und Therapeuten die richtigen Maßnahmen ergreifen können. Sie ist der Schlüssel zu einem besseren Management der Erkrankung und damit zu einer verbesserten Lebensqualität.

Aufbau eines interdisziplinären Teams: Warum Sie mehr als einen Arzt brauchen

Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist eine systemische Erkrankung, die nahezu alle Bereiche des Körpers betreffen kann. Aus diesem Grund ist eine rein monodisziplinäre Behandlung oft nicht ausreichend. Vielmehr bedarf es eines gut koordinierten, interdisziplinären Teams von Spezialisten, um die vielfältigen Symptome und Komplikationen adäquat zu managen. Dazu können gehören:

  • Orthopäden: Zur Behandlung von Gelenkinstabilitäten, Luxationen und Schmerzen.
  • Humangenetiker: Für die genaue Typisierung des EDS und genetische Beratung.
  • Kardiologen: Zur Abklärung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Problemen, die bei bestimmten EDS-Typen auftreten können.
  • Physiotherapeuten: Speziell geschult in der Behandlung von Hypermobilität und zur Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur.
  • Schmerztherapeuten: Zur Linderung chronischer Schmerzen.
  • Gastroenterologen: Bei Verdauungsbeschwerden.
  • Psychologen oder Psychotherapeuten: Zur Unterstützung im Umgang mit chronischen Schmerzen und den psychischen Belastungen der Erkrankung.

Ein solches Team ermöglicht eine ganzheitliche Versorgung, die auf die komplexen Bedürfnisse von EDS-Patienten abgestimmt ist.

Artikel bewerten

rating-fill
rating-fill
rating-fill
rating-fill
rating-fill
Bewertung: 5.00 Stimmenanzahl: 1

Tags:

Beitrag teilen

Manfred Bruns

Manfred Bruns

Ich bin Manfred Bruns und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Gesundheit mit. In dieser Zeit habe ich umfassende Kenntnisse in der Prävention, Gesundheitsförderung und der ganzheitlichen Medizin erworben. Mein akademischer Hintergrund in Gesundheitswissenschaften sowie meine kontinuierliche Weiterbildung in verschiedenen Therapieansätzen ermöglichen es mir, fundierte und evidenzbasierte Informationen zu vermitteln. Meine Spezialisierung liegt in der Aufklärung über gesunde Lebensweisen und die Bedeutung von Prävention für ein langes, erfülltes Leben. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Gesundheit aktiv zu gestalten, und ich setze mich dafür ein, diese Botschaft zu verbreiten. Durch meine Artikel auf dieser Plattform möchte ich Leserinnen und Leser dazu inspirieren, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen. Ich lege großen Wert auf die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Informationen, die ich teile. Mein Ziel ist es, eine vertrauensvolle Quelle für alle zu sein, die sich für ihre Gesundheit interessieren und nach praktischen Tipps und wissenschaftlich fundierten Ratschlägen suchen.

Kommentar schreiben