Eine Überdosierung von Vitamin D, auch Hypervitaminose D genannt, führt zu einem toxisch hohen Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie). Fälle von schwerer Vitamin-D-Vergiftung in Deutschland sind zwar relativ selten, nehmen aber durch die weit verbreitete Einnahme hochdosierter, frei verkäuflicher Präparate zu. Es ist entscheidend, die Balance zwischen einer optimalen Versorgung und einer potenziell toxischen Menge zu finden, um die Gesundheit nicht zu gefährden.
Das Sonnenvitamin im Zwielicht: Wie real ist die Gefahr einer Vitamin-D3-Überdosierung?
Eine Überdosierung von Vitamin D, auch Hypervitaminose D genannt, führt zu einem toxisch hohen Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie). Fälle von schwerer Vitamin-D-Vergiftung in Deutschland sind zwar relativ selten, nehmen aber durch die weit verbreitete Einnahme hochdosierter, frei verkäuflicher Präparate zu. Es ist entscheidend, die Balance zwischen einer optimalen Versorgung und einer potenziell toxischen Menge zu finden, um die Gesundheit nicht zu gefährden.

Alarmstufe Rot im Körper: Diese Symptome verraten eine Vitamin-D-Vergiftung
Die Symptome einer Vitamin-D-Überdosierung sind oft unspezifisch und entwickeln sich schleichend, was ihre Erkennung erschwert. Es ist wichtig, sowohl die frühen Anzeichen als auch die fortgeschrittenen Symptome zu kennen, um rechtzeitig reagieren zu können.
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Frühe Symptome:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Bauchkrämpfe
- Verstopfung
- Starker Durst
- Vermehrtes Wasserlassen
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Fortgeschrittene Symptome:
- Muskelschwäche
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Desorientierung
- In schweren Fällen: Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen
Zahlen, Daten, Fakten: Ab welcher Dosis wird Vitamin D3 wirklich gefährlich?
Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Dosisangaben ist essenziell, um die Risiken einer Überdosierung einschätzen zu können. Internationale Einheiten (IE) und Mikrogramm (µg) sind gängige Maßeinheiten, die jedoch leicht zu Verwechslungen führen können. Die offiziellen Grenzwerte geben Aufschluss darüber, welche Mengen als sicher gelten und ab wann Vorsicht geboten ist.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr bei fehlender körpereigener Synthese 20 Mikrogramm (µg) bzw. 800 Internationale Einheiten (IE) pro Tag für Erwachsene an.
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge von 100 µg (4.000 IE) pro Tag für Erwachsene und Jugendliche ab 11 Jahren festgelegt. Eine regelmäßige Einnahme über diesem Wert kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
- Eine akute Vergiftung tritt in der Regel erst bei der Einnahme extrem hoher Dosen auf, beispielsweise über 50.000 IE pro Tag über einen längeren Zeitraum.

Chaos im Kalziumhaushalt: Was bei einer Hyperkalzämie im Körper passiert
Die Hyperkalzämie ist das zentrale Problem bei einer Vitamin-D-Vergiftung. Sie beschreibt einen Zustand, in dem der Kalziumspiegel im Blut gefährlich ansteigt. Dieser erhöhte Kalziumspiegel kann weitreichende Folgen für verschiedene Organe haben, da Kalzium eine entscheidende Rolle in vielen Körperfunktionen spielt und seine übermäßige Konzentration zu Störungen führt.
- Nieren: Kalzium lagert sich in den Nieren ab (Nephrokalzinose), was zu Nierensteinen, chronischer Nierenschwäche und im schlimmsten Fall zu akutem Nierenversagen führen kann.
- Herz-Kreislauf-System: Es kann zu Kalziumablagerungen in Blutgefäßen (Arteriosklerose), Herzklappen und anderen Weichteilgeweben kommen, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
- Knochen: Paradoxerweise kann eine extreme Überdosierung nicht zu stärkeren, sondern zu schwächeren Knochen führen, da der gestörte Kalziumstoffwechsel den Knochenabbau fördern kann.
Die Spätfolgen: Welche dauerhaften Schäden eine unerkannte Überdosierung anrichten kann
Eine unentdeckte oder unbehandelte Überdosierung von Vitamin D kann zu ernsthaften und teils irreversiblen Langzeitschäden führen. Die ständige Anwesenheit von zu viel Kalzium im Blut belastet den Körper erheblich und beeinträchtigt die Funktion lebenswichtiger Organe nachhaltig.
- Nierenschäden: Die Ablagerung von Kalziumkristallen in den Nieren (Nephrokalzinose) kann die Nierenfunktion dauerhaft beeinträchtigen. Dies kann von der Bildung schmerzhafter Nierensteine bis hin zur Entwicklung einer chronischen Niereninsuffizienz oder sogar eines akuten Nierenversagens reichen.
- Herz-Kreislauf-Probleme: Durch Kalziumablagerungen in den Arterienwänden (Arteriosklerose) steigt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Auch die Herzklappen können betroffen sein, was zu Herzrhythmusstörungen und einer beeinträchtigten Herzfunktion führen kann.
- Knochenschwäche: Obwohl Vitamin D für starke Knochen wichtig ist, kann eine extreme Überdosierung paradoxerweise das Gegenteil bewirken. Der gestörte Kalzium- und Phosphatstoffwechsel kann den Abbau von Knochenmasse fördern, was die Knochen brüchiger macht und das Risiko für Frakturen erhöht.
Verdacht auf Überdosierung: Welche Schritte Sie jetzt unternehmen müssen
Bei einem begründeten Verdacht auf eine Überdosierung von Vitamin D ist schnelles und korrektes Handeln unerlässlich, um Folgeschäden zu minimieren. Die folgenden Schritte sollten Sie umgehend einleiten:
- Sofortiges Absetzen: Stellen Sie umgehend die Einnahme aller Vitamin-D- und Kalziumpräparate ein.
- Arzt aufsuchen: Kontaktieren Sie umgehend Ihren Hausarzt oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.
- Diagnose durch Bluttest: Der Arzt wird eine Blutuntersuchung veranlassen, um die Serumspiegel von Kalzium und 25-Hydroxy-Vitamin D zu messen. Ein Wert von über 150 ng/ml gilt als toxisch.
- Klinische Behandlung: Bei schwerer Hyperkalzämie ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Diese umfasst in der Regel eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr zur Unterstützung der Nierenfunktion ("Spülung") und gegebenenfalls medikamentöse Therapien wie Kortikosteroide, um den Kalziumspiegel zu senken.

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Sicher und effektiv supplementieren: So vermeiden Sie eine Überdosierung von Anfang an
Eine sichere und effektive Supplementierung von Vitamin D3 ist möglich, erfordert aber ein bewusstes Vorgehen und die Beachtung einiger wichtiger Grundregeln. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie von den positiven Effekten des Sonnenvitamins profitieren, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden.
- Bluttest vor der Einnahme: Lassen Sie Ihren Vitamin-D-Status von einem Arzt mittels Bluttest bestimmen, bevor Sie mit der Einnahme von Präparaten beginnen. So wissen Sie, ob und wie viel Vitamin D Sie tatsächlich benötigen.
- Individuelle Dosisfindung: Basierend auf Ihrem Blutwert und unter ärztlicher Anleitung wird die für Sie passende und risikofreie Dosis ermittelt. Vermeiden Sie pauschale Empfehlungen und Selbstmedikation mit hochdosierten Präparaten.
- Qualität der Präparate: Achten Sie beim Kauf von Vitamin-D3-Präparaten auf renommierte Hersteller und klare Angaben zur Dosierung pro Kapsel oder Tropfen. Vermeiden Sie Produkte, deren Dosierung unklar ist oder die extrem hohe Mengen ohne klare Indikation enthalten.
- Regelmäßige Kontrolle: Bei langfristiger Einnahme von Vitamin D, insbesondere bei höheren Dosierungen, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sinnvoll, um den Vitamin-D-Spiegel und den Kalziumhaushalt im Auge zu behalten.
