Ein grippaler Infekt, besser bekannt als Erkältung, ist eine der häufigsten Erkrankungen, die uns im Alltag begegnet. Viele Menschen verwechseln die Symptome einer Erkältung mit denen einer echten Grippe (Influenza), was zu unnötiger Sorge oder falscher Selbstbehandlung führen kann. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man die Anzeichen eines grippalen Infekts erkennt, wie er typischerweise verläuft und wann man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollte.
- Ein grippaler Infekt beginnt meist schleichend mit Halsschmerzen und Niesen.
- Die Hauptsymptome wie Schnupfen, Husten und eventuell leichtes Fieber entwickeln sich über die ersten Tage.
- Im Gegensatz zur echten Grippe verläuft eine Erkältung weniger dramatisch und ohne plötzlichen Krankheitsausbruch.
- Die meisten Symptome klingen nach etwa einer Woche ab, ein leichter Husten kann jedoch länger bestehen bleiben.
- Ein Arztbesuch ist ratsam bei hohem Fieber, starken Schmerzen oder wenn sich die Symptome nicht bessern.

Erkältung im Anmarsch? So erkennen Sie die ersten Anzeichen
Der Beginn eines grippalen Infekts ist oft subtil. Meistens bemerken Sie zunächst ein leichtes Kratzen im Hals, begleitet von einem Gefühl des Unbehagens oder leichtem Frösteln. Niesen kann ebenfalls eines der ersten, deutlichen Signale sein, dass Ihr Körper gegen eindringende Viren kämpft.
Zwischen dem zweiten und vierten Tag erreichen die Symptome ihren Höhepunkt. Der Schnupfen intensiviert sich, die Nase kann stark verstopft sein oder es fließt vermehrt Sekret. Ein trockener Reizhusten tritt häufig auf. Auch leichtes Fieber, das 38,5 °C nicht überschreitet, sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind in dieser Phase nicht ungewöhnlich.
Ab dem fünften bis siebten Tag beginnt die Besserung. Der Schnupfen lässt nach, und das Nasensekret kann zäher und gelblich-grünlich werden. Dies ist ein normaler Vorgang und kein automatisches Zeichen für eine bakterielle Infektion. Der Husten wandelt sich oft von einem Reizhusten zu einem produktiven Husten mit Auswurf.
Zwischen dem achten und zehnten Tag klingen die meisten Symptome allmählich ab. Ihr Körper hat die akute Phase der Infektion überwunden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass ein leichter Husten noch bis zu zwei oder sogar drei Wochen nach Abklingen der anderen Beschwerden bestehen bleiben kann. Dies ist Teil des natürlichen Heilungsprozesses und kein Grund zur Beunruhigung.
Grippaler Infekt oder echte Grippe? Der entscheidende Unterschied

| Merkmal | Grippaler Infekt | Echte Grippe (Influenza) |
|---|---|---|
| Ausbruchsgeschwindigkeit | Schleichend über 1-2 Tage | Plötzlich und heftig |
| Fieberhöhe | Leicht (bis 38,5 °C) oder kein Fieber | Oft hoch (über 39 °C), mit Schüttelfrost |
| Allgemeines Krankheitsgefühl | Leicht bis mäßig | Stark, mit ausgeprägter Abgeschlagenheit |
| Kopf- und Gliederschmerzen | Leicht bis mäßig | Oft stark und ausgeprägt |
| Schnupfen | Häufig und ausgeprägt | Eher selten und weniger stark |
Eine typische Erkältungswoche: Was Sie Tag für Tag erwartet
Die erste Woche einer Erkältung ist oft von einer allmählichen Entwicklung der Symptome geprägt. Beginnen wir mit dem schleichenden Anfang: Kratzen im Hals und Niesen sind die ersten Vorboten. Im Laufe der nächsten Tage, etwa von Tag zwei bis vier, erreichen die Beschwerden ihren Höhepunkt. Hier kämpfen Sie wahrscheinlich mit einer verstopften oder laufenden Nase, einem trockenen Husten und vielleicht leichtem Fieber sowie Gliederschmerzen.
Ab der Mitte der Woche, also etwa ab Tag fünf bis sieben, spüren Sie meist eine erste Erleichterung. Der Schnupfen wird erträglicher, auch wenn die Nase noch verstopft sein kann. Der Husten verändert sich oft und wird produktiver. Die schlimmste Phase ist in der Regel überstanden.
Gegen Ende der ersten Woche, um Tag acht bis zehn, fühlen sich die meisten Menschen deutlich besser. Die akuten Symptome wie Fieber und starke Kopfschmerzen sind verschwunden. Doch ein leichter Husten kann hartnäckig sein und noch einige Zeit anhalten.
Nach einer Woche noch nicht fit? Wann Geduld gefragt ist und was normal ist
Es ist durchaus normal, dass ein leichter Husten auch nach einer Woche, in der die schlimmsten Erkältungssymptome abgeklungen sind, noch bestehen bleibt. Dieser sogenannte Rest-Husten kann sich über zwei bis drei Wochen hinziehen und ist in den meisten Fällen ein harmloses Nachspiel der Infektion. Der Körper ist noch dabei, die Atemwege vollständig zu regenerieren. Solange der Husten nicht extrem stark ist, mit Auswurf von Blut einhergeht oder von hohem Fieber begleitet wird, ist Geduld meist die beste Medizin.

Symptome clever managen: Was wirklich hilft
- Inhalationen: Mit heißem Wasser und eventuell Zusätzen wie Kamille oder ätherischen Ölen (Vorsicht bei Kindern und Asthmatikern) können helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und die Atemwege zu befeuchten.
- Hühnersuppe: Ein Klassiker, der nicht nur wärmt, sondern auch entzündungshemmende Eigenschaften haben soll und den Flüssigkeitshaushalt auffüllt.
- Kräutertees: Tees aus Ingwer (wärmend, entzündungshemmend), Salbei (gegen Halsschmerzen) oder Thymian (schleimlösend, krampflösend) sind wohltuend und unterstützen die Genesung.
- Wadenwickel: Bei Fieber können Wadenwickel helfen, die Körpertemperatur auf natürliche Weise zu senken.
- Kombipräparate aus der Apotheke: Diese enthalten oft eine Kombination aus schmerz- und fiebersenkenden Mitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen und schleimlösenden oder abschwellenden Wirkstoffen für die Nase. Sie können kurzfristig Linderung verschaffen, sollten aber gezielt und gemäß Packungsbeilage eingesetzt werden.
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Wann zum Arzt? Alarmsignale, die Sie ernst nehmen sollten
- Hohes Fieber: Wenn das Fieber über 39 °C steigt oder über mehrere Tage anhält, ist Vorsicht geboten.
- Starke Schmerzen: Insbesondere starke Brustschmerzen, Ohrenschmerzen oder heftige Kopfschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.
- Atembeschwerden: Schwierigkeiten beim Atmen, pfeifende Atemgeräusche oder Kurzatmigkeit sind ernst zu nehmende Symptome.
- Keine Besserung oder Verschlimmerung: Wenn sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern oder sich sogar verschlimmern, ist ein Arztbesuch ratsam.
- Besondere Risikogruppen: Für ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen) oder für Kleinkinder sind Erkältungen oft belastender und bergen ein höheres Risiko für Komplikationen. In diesen Fällen sollte früher ärztlicher Rat eingeholt werden.
