bochumer-vz.de
Manfred Bruns

Manfred Bruns

26. September 2025

KHK Symptome: Warnsignale erkennen & richtig handeln

KHK Symptome: Warnsignale erkennen & richtig handeln

Inhaltsverzeichnis

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die das Herz direkt betrifft. Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, da sie lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Doch die frühzeitige Erkennung der Symptome ist entscheidend, um schnell handeln zu können und schwerwiegende Folgen wie einen Herzinfarkt zu verhindern. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.

Lesen Sie auch: Glutenintoleranz: Symptome erkennen & Diagnose-Tipps für Sie

Die koronare Herzkrankheit äußert sich vielseitig erkennen Sie die Warnsignale für Ihr Herz.

  • Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.
  • Das Leitsymptom ist die Angina Pectoris (Brustenge), die sich als Schmerz, Druck oder Engegefühl äußert und ausstrahlen kann.
  • Angina-Pectoris-Symptome treten typischerweise bei körperlicher Belastung oder emotionalem Stress auf und lassen in Ruhe nach.
  • Frauen zeigen oft atypische Symptome wie Kurzatmigkeit, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder unerklärliche Müdigkeit.
  • Ein akutes Koronarsyndrom (AKS) ist ein medizinischer Notfall mit plötzlich auftretenden, starken Brustschmerzen, die länger als 15-20 Minuten anhalten und von Begleitsymptomen wie Kaltschweißigkeit und Todesangst begleitet werden.
  • Fortgeschrittene KHK kann zu verminderter Leistungsfähigkeit, Herzrhythmusstörungen und Wassereinlagerungen (Ödemen) führen.

Koronare Herzkrankheit verengte Arterie

Die Warnsignale der KHK verstehen

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland, und das ist eine Tatsache, die uns alle angehen sollte. Viele von uns denken vielleicht, dass das Herz nur etwas für ältere Menschen ist, aber das stimmt nicht. Die KHK kann jeden treffen, und das Gefährliche daran ist, dass sie lange Zeit keine spürbaren Symptome verursacht. Deshalb ist es so wichtig, die Anzeichen zu kennen und zu verstehen, wie man bei den ersten Warnsignalen richtig reagiert. Schnelles Handeln kann im Ernstfall Leben retten.

Die Koronare Herzkrankheit, kurz KHK, ist im Grunde eine Durchblutungsstörung des Herzens. Sie wird meist durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen verursacht, die das Herz mit Blut versorgen. Diese Ablagerungen, oft als Arteriosklerose bezeichnet, verengen die Gefäße und schränken die Blutzufuhr zum Herzmuskel ein. Manchmal wird die KHK auch als "stille Gefahr" bezeichnet, und das aus gutem Grund: Sie kann jahrelang schlummern, ohne dass man etwas davon merkt. Erst wenn die Verengungen ein bestimmtes Maß überschreiten oder es zu einem plötzlichen Verschluss kommt, machen sich die Symptome bemerkbar.

Wenn die Herzkranzgefäße verengt sind, kann das Herz bei erhöhter Anforderung, wie zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Diese Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels ist es, die die typischen Symptome der KHK auslöst. Der Körper sendet uns damit ein deutliches Signal, dass etwas nicht stimmt und dass das Herz überlastet ist. Die Intensität der Symptome hängt dabei stark vom Grad der Verengung und der Belastung ab.

Angina Pectoris: Das klassische Alarmsignal

Das wohl bekannteste Symptom der KHK ist die Angina Pectoris, oft auch als Brustenge bezeichnet. Dieses Gefühl ist nicht einfach nur ein leichter Schmerz. Viele Betroffene beschreiben es als ein starkes Druck- oder Engegefühl hinter dem Brustbein. Manchmal fühlt es sich an, als würde ein schwerer Stein auf der Brust liegen. Dieses unangenehme Gefühl kann sich aber auch in andere Körperregionen ausbreiten. Typischerweise strahlt der Schmerz in den linken Arm aus, kann aber auch die Schulter, den Hals oder sogar den Kiefer betreffen.

Die typischen Auslöser für eine Angina Pectoris sind meist Situationen, in denen das Herz mehr arbeiten muss. Dazu zählen:

  • Körperliche Anstrengung, wie schnelles Gehen, Treppensteigen oder Heben schwerer Lasten.
  • Emotionaler Stress, starke Aufregung oder Ärger.
  • Kälteexposition, da die Blutgefäße sich verengen.

Das Wichtige bei der Angina Pectoris ist, dass die Symptome in der Regel nachlassen, sobald die Belastung aufhört oder man sich ausruht. Das Herz erhält wieder ausreichend Sauerstoff, und der Schmerz verschwindet.

Es ist wichtig, zwischen einer stabilen und einer instabilen Angina Pectoris zu unterscheiden. Bei der stabilen Form treten die Beschwerden bei ähnlicher Belastung immer wieder auf und sind gut vorhersagbar. Sie sind zwar unangenehm, aber kein unmittelbarer Notfall, solange sie sich durch Ruhe bessern. Die instabile Angina Pectoris hingegen ist ein Alarmsignal, das auf ein akutes Koronarsyndrom hindeutet. Hier treten die Schmerzen plötzlich, in Ruhe oder bei geringer Belastung auf, dauern länger an und sind ein absoluter medizinischer Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.

Nicht immer klassisch: Atypische Symptome der KHK

Ein häufiger Irrtum ist, dass die Symptome der koronaren Herzkrankheit immer gleich sind. Das gilt insbesondere für Frauen, die oft nicht die typische Brustenge erleben. Bei ihnen können sich die Anzeichen der KHK ganz anders äußern, was leider oft zu einer verzögerten Diagnose führt. Es ist daher unerlässlich, auch auf unspezifischere Warnsignale zu achten, insbesondere wenn sie neu auftreten oder sich verschlimmern.

Kurzatmigkeit, auch Dyspnoe genannt, ist ein häufiges atypisches Symptom, das Frauen bei einer KHK erleben können. Dieses Gefühl der Luftnot kann plötzlich auftreten, auch in Ruhe, und ist nicht immer direkt mit körperlicher Anstrengung verbunden. Ebenso kann unerklärliche Müdigkeit oder eine allgemeine Erschöpfung ein wichtiges Zeichen sein, das auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Herzens hindeutet.

Manche Frauen klagen auch über Übelkeit oder Erbrechen. Diese Symptome werden oft fälschlicherweise auf Magen-Darm-Probleme zurückgeführt. Auch Schmerzen im Oberbauch, die sich wie Sodbrennen anfühlen können, sind bei Frauen ein mögliches, aber oft übersehenes Anzeichen einer KHK.

Darüber hinaus können auch Schmerzen im Rücken, im Kiefer oder im Nacken auf eine koronare Herzkrankheit hindeuten, gerade dann, wenn sie nicht von den klassischen Brustschmerzen begleitet werden. Diese "versteckten" Symptome machen die Diagnose für Ärzte oft knifflig, weshalb es wichtig ist, alle Auffälligkeiten im Zusammenhang zu betrachten.

Der Ernstfall: Symptome eines Herzinfarkts erkennen

Ein akutes Koronarsyndrom (AKS) ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall, der einen Herzinfarkt oder eine instabile Angina Pectoris einschließen kann. Der wichtigste Indikator hierfür sind plötzlich auftretende, starke Brustschmerzen. Diese Schmerzen sind oft intensiver und anhaltender als bei einer stabilen Angina Pectoris.

Die Dauer der Schmerzen ist ein entscheidendes Kriterium: Wenn die Brustschmerzen länger als 15 bis 20 Minuten anhalten und sich auch durch Ruhe oder die Einnahme von Nitrospray (falls vom Arzt verordnet) nicht bessern, ist höchste Eile geboten. Dies deutet stark auf einen Herzinfarkt hin.

Begleitend zu den starken Brustschmerzen können weitere Symptome auftreten, die auf einen Herzinfarkt hindeuten:

  • Starke Kaltschweißigkeit
  • Ein Gefühl der Todesangst oder starker innerer Unruhe
  • Atemnot oder ein Gefühl des Erstickens
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel oder Bewusstlosigkeit

Fortschreitende KHK: Anzeichen einer chronischen Herzerkrankung

Wenn die koronare Herzkrankheit über längere Zeit besteht und fortschreitet, kann dies zu einer schleichenden Verschlechterung der Herzfunktion führen. Eine der ersten spürbaren Veränderungen ist oft eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit. Was früher mühelos möglich war, wird nun anstrengend. Man kommt schneller aus der Puste und fühlt sich schneller erschöpft. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Herz Schwierigkeiten hat, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

Herzstolpern oder spürbare Herzrhythmusstörungen können ebenfalls ein Anzeichen für eine fortgeschrittene KHK sein. Das Herz schlägt dann unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam. Diese Störungen entstehen, weil der Herzmuskel durch die mangelnde Durchblutung beeinträchtigt ist und seine elektrische Aktivität gestört wird.

Fortgeschrittene KHK kann auch zu einer Herzschwäche führen. Ein sichtbares Zeichen dafür sind Wassereinlagerungen (Ödeme), insbesondere in den Beinen und Knöcheln. Dies geschieht, weil das Herz nicht mehr kräftig genug pumpt, um das Blut effektiv zum Herzen zurückzubefördern, und sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt.

Verdacht auf KHK: Diagnose und nächste Schritte

Wenn Sie Symptome bemerken, die auf eine koronare Herzkrankheit hindeuten könnten, ist der erste und wichtigste Schritt, einen Arzt aufzusuchen. Ärzte sind geschult darin, die Symptome im Kontext Ihrer Krankengeschichte, Ihrer Risikofaktoren (wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, familiäre Vorbelastung) und einer körperlichen Untersuchung richtig zu deuten. Sie werden gezielte Fragen stellen, um ein genaues Bild zu bekommen.

Zur genauen Diagnose der KHK stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Elektrokardiogramm (EKG): Zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und kann Hinweise auf Durchblutungsstörungen geben.
  • Belastungs-EKG: Hierbei wird das EKG während körperlicher Anstrengung auf einem Fahrradergometer oder Laufband durchgeführt, um zu sehen, wie das Herz unter Belastung reagiert.
  • Echokardiographie (Herzultraschall): Zeigt die Struktur und Funktion des Herzens sowie die Pumpkraft.
  • Herzkatheteruntersuchung: Gilt als Goldstandard zur Darstellung der Herzkranzgefäße. Ein dünner Katheter wird über eine Arterie bis zum Herzen geführt und Kontrastmittel injiziert, um Engstellen sichtbar zu machen.
  • Weitere Verfahren: Je nach Situation können auch eine Kardio-MRT oder eine Szintigraphie zum Einsatz kommen.
Es ist von absoluter Notwendigkeit, bei Verdacht auf KHK-Symptome oder gar die Anzeichen eines Herzinfarkts sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zögern Sie nicht, den Notruf (112) zu wählen. Schnelles Handeln ist in diesen Situationen nicht nur ratsam, sondern kann buchstäblich Leben retten. Warten Sie nicht ab, ob die Symptome von selbst verschwinden jede Minute zählt.

Artikel bewerten

rating-outline
rating-outline
rating-outline
rating-outline
rating-outline
Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

Beitrag teilen

Manfred Bruns

Manfred Bruns

Ich bin Manfred Bruns und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Gesundheit mit. In dieser Zeit habe ich umfassende Kenntnisse in der Prävention, Gesundheitsförderung und der ganzheitlichen Medizin erworben. Mein akademischer Hintergrund in Gesundheitswissenschaften sowie meine kontinuierliche Weiterbildung in verschiedenen Therapieansätzen ermöglichen es mir, fundierte und evidenzbasierte Informationen zu vermitteln. Meine Spezialisierung liegt in der Aufklärung über gesunde Lebensweisen und die Bedeutung von Prävention für ein langes, erfülltes Leben. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Gesundheit aktiv zu gestalten, und ich setze mich dafür ein, diese Botschaft zu verbreiten. Durch meine Artikel auf dieser Plattform möchte ich Leserinnen und Leser dazu inspirieren, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen. Ich lege großen Wert auf die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Informationen, die ich teile. Mein Ziel ist es, eine vertrauensvolle Quelle für alle zu sein, die sich für ihre Gesundheit interessieren und nach praktischen Tipps und wissenschaftlich fundierten Ratschlägen suchen.

Kommentar schreiben