Die rechtzeitige Erkennung der Symptome einer Thrombose im Bein kann entscheidend sein, um schwerwiegende Komplikationen wie eine Lungenembolie zu vermeiden. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Anzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten, und geben Ihnen klare Handlungsanweisungen, wann ärztliche Hilfe unerlässlich ist.
Die wichtigsten Anzeichen einer Beinvenenthrombose erkennen und wann Sie sofort handeln müssen
- Einseitige Schwellung: Oft am Knöchel, Unterschenkel oder ganzen Bein, begleitet von glänzender, spannender Haut.
- Schmerzen: Ziehend, krampfartig, ähneln einem Muskelkater; verstärken sich im Stehen/Sitzen, bessern sich beim Hochlagern.
- Hautveränderungen: Bläuliche oder rötliche Verfärbung des betroffenen Bereichs.
- Überwärmung und Spannungsgefühl: Das Bein fühlt sich wärmer an und ist von Schwere und Spannung betroffen.
- Sichtbare Venen: Manchmal treten oberflächliche Venen ("Warnvenen") deutlicher hervor.
- Dringlichkeit: Bei Verdacht oder Kombination mehrerer Symptome sofort ärztliche Hilfe suchen, da die Gefahr einer lebensbedrohlichen Lungenembolie besteht.
Ein stiller Notfall: Was genau passiert bei einer Beinvenenthrombose?
Eine tiefe Venenthrombose (TVT) ist die Bildung eines Blutgerinnsels in einer tiefen Vene, typischerweise im Unter- oder Oberschenkel. Dieses Gerinnsel kann den Blutfluss behindern und ist ein ernstes medizinisches Problem, das sofortige Aufmerksamkeit erfordert.
Die ernste Gefahr: Wie aus einem Beinproblem eine Lungenembolie wird
Die größte Gefahr einer tiefen Venenthrombose ist die Lungenembolie. Wenn sich ein Teil des Blutgerinnsels löst, kann es über den Blutkreislauf in die Lunge gelangen und dort eine Arterie blockieren. Dies kann zu einer potenziell tödlichen Lungenembolie führen, einer der häufigsten Todesursachen im Krankenhaus. Es ist daher von größter Wichtigkeit, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Die 5 wichtigsten Warnsignale: So erkennen Sie eine mögliche Thrombose im Bein
Warnsignal 1: Die einseitige Schwellung mehr als nur "dickes Bein"
Ein deutliches Zeichen für eine Thrombose ist eine einseitige Schwellung. Diese tritt meist am Knöchel, Unterschenkel oder sogar am gesamten Bein auf. Die Haut über der betroffenen Stelle kann glänzend und gespannt wirken. Achten Sie darauf, ob nur ein Bein betroffen ist und die Schwellung plötzlich aufgetreten ist.
Warnsignal 2: Der Schmerz ziehend, krampfartig und bei Entlastung besser?
Die Schmerzen bei einer Thrombose sind oft nicht stechend, sondern eher ziehend oder krampfartig. Viele Betroffene vergleichen sie mit einem starken Muskelkater. Typisch ist, dass die Schmerzen beim Stehen oder Sitzen zunehmen und sich bessern, wenn das Bein hochgelagert wird. Dies sind wichtige Hinweise, die auf eine tieferliegende Ursache hindeuten können.
Warnsignal 3: Hautveränderungen von Rötung bis zu bläulicher Färbung
Achten Sie auf Veränderungen der Hautfarbe am betroffenen Bein. Eine bläuliche oder rötliche Verfärbung kann ein weiteres Symptom einer Thrombose sein. Diese Veränderungen sind oft auf den Bereich der Schwellung beschränkt und sollten ernst genommen werden.
Warnsignal 4: Das Gefühl von Überwärmung und Spannung
Ein weiteres häufiges Symptom ist eine erhöhte Temperatur des betroffenen Beins im Vergleich zum gesunden Bein. Hinzu kommt oft ein deutliches Spannungs- und Schweregefühl, als ob das Bein schwerer geworden wäre. Diese Kombination aus Wärme und Spannung ist ein klares Warnsignal.
Warnsignal 5: Sichtbare Venen die sogenannten "Warnvenen"
Manchmal können bei einer Thrombose auch die oberflächlichen Venen am betroffenen Bein deutlicher hervortreten. Diese werden manchmal als "Warnvenen" bezeichnet und können ein zusätzlicher Hinweis auf eine zugrundeliegende Störung im Venensystem sein.
Symptome richtig deuten: Wann Sie sofort handeln müssen
Checkliste: Diese Symptom-Kombinationen erfordern sofortiges Handeln
- Einseitige Schwellung des Beins, insbesondere wenn sie plötzlich auftritt.
- Ziehende oder krampfartige Schmerzen im Bein, die sich beim Hochlagern bessern.
- Rötliche oder bläuliche Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.
- Das betroffene Bein fühlt sich spürbar wärmer an als das andere Bein.
- Ein starkes Spannungs- oder Schweregefühl im Bein.
- Das gleichzeitige Auftreten von zwei oder mehr dieser Symptome.
Bei Vorliegen einer dieser Kombinationen sollten Sie nicht zögern, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Zeit drängt, um eine Lungenembolie zu verhindern.
Atemnot und Brustschmerz? Warum Sie bei diesen Anzeichen den Notarzt rufen müssen
Sollten Sie zusätzlich zu den Bein-Symptomen Atemnot oder plötzliche Brustschmerzen verspüren, könnte dies ein Zeichen für eine bereits eingetretene Lungenembolie sein. In diesem Fall ist es entscheidend, sofort den Notarzt unter der Nummer 112 zu rufen. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der keine Verzögerung duldet.
Bin ich eine Risikoperson? Die häufigsten Auslöser für Thrombosen kennen
Immobilisation: Von Langstreckenflügen bis zur Bettlägerigkeit
- Längere Bettlägerigkeit (z. B. nach Operationen oder bei schweren Erkrankungen)
- Lange Phasen der Inaktivität, wie bei Langstreckenflügen oder langen Autofahrten
- Operationen, insbesondere orthopädische Eingriffe wie Gelenkersatz
Medizinische Faktoren: Operationen, Krebs und die Rolle der "Pille"
Neben der Immobilisation gibt es eine Reihe weiterer medizinischer Faktoren, die das Thromboserisiko erhöhen. Dazu zählen Krebserkrankungen, da sie das Blut gerinnungsfähiger machen können. Auch die Schwangerschaft und das Wochenbett bergen ein erhöhtes Risiko. Nicht zu vergessen ist die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln, der sogenannten "Pille", die ebenfalls die Gerinnungsneigung beeinflussen kann. In jüngster Zeit rücken auch post-virale Syndrome, wie sie nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten können, als potenzielle Risikofaktoren für Thrombosen stärker in den Fokus der medizinischen Forschung.
Genetische Veranlagung: Wenn Thrombosen in der Familie liegen
Manche Menschen tragen eine genetische Veranlagung für Thrombosen in sich, eine sogenannte Thrombophilie. Wenn in Ihrer Familie gehäuft Thrombosen oder Lungenembolien aufgetreten sind, sollten Sie dies bei Ihrem Arzt ansprechen, da dies Ihr persönliches Risiko erhöhen kann.
Vom Verdacht zur Diagnose: So wird eine Thrombose festgestellt
Körperliche Untersuchung: Welche Tests der Arzt durchführt (z. B. Druckschmerz)
Wenn Sie mit Verdacht auf eine Thrombose zum Arzt gehen, wird dieser zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen. Dazu gehört das Abtasten des Beins, um Druckschmerz entlang der tiefen Venen zu erkennen das sogenannte Meyer-Zeichen. Auch ein Schmerz beim Druck auf die Fußsohle, das Payr-Zeichen, kann ein Hinweis sein. Früher wurde auch das Homans-Zeichen (Schmerz bei passiver Dorsalflexion des Fußes) angewendet, heute seltener.Der entscheidende Blick ins Innere: So funktioniert die Ultraschall-Untersuchung
Das wichtigste und entscheidende diagnostische Mittel zur Feststellung einer Beinvenenthrombose ist die Ultraschalluntersuchung, auch Kompressionssonographie genannt. Mit diesem Verfahren kann der Arzt die tiefen Venen des Beins darstellen und prüfen, ob sie durch ein Blutgerinnsel blockiert sind.
Der D-Dimer-Test: Was der Blutwert über Ihr Thromboserisiko aussagt
Zusätzlich zur Ultraschalluntersuchung kann ein Bluttest auf D-Dimere durchgeführt werden. Erhöhte D-Dimere können einen Verdacht auf eine Thrombose erhärten. Ist der Wert jedoch niedrig, macht er eine Thrombose eher unwahrscheinlich. Der Test ist also ein wichtiger Baustein in der Diagnostik, ersetzt aber nicht die Ultraschalluntersuchung.
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Erste Hilfe für Sie selbst: Was tun bei einem Thrombose-Verdacht?
Bein hochlagern: Die wichtigste Sofortmaßnahme zur Entlastung
Wenn Sie den Verdacht auf eine Thrombose haben, ist das Hochlagern des betroffenen Beins eine der wichtigsten Sofortmaßnahmen. Dies hilft, die Schwellung zu reduzieren und das Bein zu entlasten, was zu einer Linderung der Schmerzen beitragen kann.
Bewegung vermeiden: Warum Sie das betroffene Bein schonen sollten
Es ist entscheidend, das betroffene Bein zu schonen und unnötige Bewegungen zu vermeiden. Dies reduziert das Risiko, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und als Embolie in die Lunge wandert. Jede unnötige Belastung könnte hier fatale Folgen haben.
