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Manfred Bruns

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2. Oktober 2025

Morbus Perthes Diagnose: Schritte, Bilder & Prognose erklärt

Morbus Perthes Diagnose: Schritte, Bilder & Prognose erklärt

Inhaltsverzeichnis

    Die Diagnose von Morbus Perthes ist ein entscheidender Schritt, um betroffenen Kindern und ihren Familien Klarheit und den Weg zu einer geeigneten Behandlung zu ermöglichen. Dieser Artikel beleuchtet den diagnostischen Prozess, von den ersten Anzeichen bis zu den spezialisierten bildgebenden Verfahren, und erklärt, warum eine präzise Erkennung so wichtig für die langfristige Hüftgesundheit ist.

    • Die Diagnose von Morbus Perthes ist ein komplexer Prozess, der eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren erfordert.
    • Erste Anzeichen wie Hinken oder Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Knie sollten ärztlich abgeklärt werden.
    • Wichtige diagnostische Schritte umfassen Anamnese, körperliche Untersuchung, Ultraschall, Röntgen und gegebenenfalls MRT.
    • Die frühzeitige und genaue Diagnose ist entscheidend für die Wahl der richtigen Therapie und die langfristige Prognose des Kindes.
    • Es ist wichtig, Morbus Perthes von anderen Hüfterkrankungen wie Coxitis fugax oder Epiphysiolysis capitis femoris abzugrenzen.

    Hüftschmerzen beim Kind: Warum eine präzise Diagnose so wichtig ist

    Morbus Perthes, auch bekannt als idiopathische Hüftkopfnekrose, ist eine Erkrankung, die typischerweise Kinder im Alter von vier bis acht Jahren betrifft. Sie beginnt oft schleichend mit unspezifischen Symptomen. Ein charakteristisches Zeichen ist das Hinken, das manchmal sogar schmerzlos auftreten kann. Schmerzen können in der Hüfte selbst lokalisiert sein, aber auch in die Leiste, den Oberschenkel oder sogar das Knie ausstrahlen. Eine weitere wichtige Beobachtung ist die eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks, insbesondere bei der Abduktion (dem Abspreizen des Beines) und der Innenrotation. Die Früherkennung und eine exakte Diagnose sind von größter Bedeutung, da sie die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung bilden und maßgeblich die langfristige Prognose für eine gesunde Hüfte beeinflussen.

    Kind mit Hüftschmerzen beim Arzt Untersuchung

    Der Diagnoseweg: Eine Anleitung für besorgte Eltern

    Der Weg zur Diagnose von Morbus Perthes beginnt in der Regel bei Ihrem Kinderarzt oder Orthopäden. Dieser wird zunächst eine gründliche Anamnese erheben. Dabei fragt er nach dem genauen Beginn der Beschwerden, wo genau die Schmerzen auftreten, ob es ein Trauma gab und wie sich das Gangbild des Kindes verändert hat. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Hierbei achtet der Arzt genau auf das Gangbild, prüft die Beweglichkeit des Hüftgelenks in alle Richtungen und untersucht, ob es zu Muskelveränderungen, wie beispielsweise einer Atrophie am Oberschenkel, gekommen ist.

    Der diagnostische Prozess lässt sich wie folgt schrittweise darstellen:

    1. Anamnese: Der Arzt sammelt detaillierte Informationen über die Krankengeschichte des Kindes, einschließlich der Symptome, deren Beginn und möglicher auslösender Faktoren.

    2. Körperliche Untersuchung: Eine sorgfältige Untersuchung des Gangbildes und der Beweglichkeit des Hüftgelenks hilft, erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung zu finden.

    3. Bildgebende Verfahren: Diese sind unerlässlich, um die Diagnose zu sichern und den Schweregrad der Erkrankung einzuschätzen.

    Bilder der Hüfte: Standardverfahren zur Diagnose

    • Ultraschall (Sonographie): Der Ultraschall ist oft die erste bildgebende Untersuchung, die durchgeführt wird. Er kann einen Gelenkerguss im Hüftgelenk nachweisen, der ein frühes Anzeichen für eine Entzündung oder andere Probleme sein kann. Auch wenn der Ultraschall Morbus Perthes nicht eindeutig diagnostizieren kann, ist er wichtig, um andere Ursachen für Hüftschmerzen auszuschließen und erste Hinweise zu gewinnen.
    • Röntgen: Die Röntgenaufnahme des Beckens in zwei Ebenen (anteroposterior und Lauenstein-Aufnahme) ist der Goldstandard zur Bestätigung der Diagnose von Morbus Perthes. Sie ermöglicht es dem Arzt, den Zustand des Hüftkopfes detailliert zu beurteilen. In frühen Stadien können die Veränderungen auf dem Röntgenbild subtil sein, wie eine leichte Verdichtung des Hüftkopfes oder eine Verbreiterung des Gelenkspalts. Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden typischerweise eine Abflachung und Fragmentierung des Hüftkopfes sichtbar.

    • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT bietet die Möglichkeit, Durchblutungsstörungen im Hüftkopf schon sehr früh zu erkennen, oft bevor sie auf dem Röntgenbild sichtbar werden. Sie kann Knochenmarködeme und das genaue Ausmaß der Nekrose (des abgestorbenen Gewebes) im Hüftkopf darstellen. Dies ist besonders wertvoll, um den Schweregrad der Erkrankung präzise einzuschätzen und die Therapieplanung zu optimieren.

    MRT Bild Morbus Perthes Hüfte

    Während Ultraschall, Röntgen und MRT die wichtigsten bildgebenden Verfahren sind, spielen Computertomographie (CT) und Szintigraphie in der Routinediagnostik des Morbus Perthes heute kaum noch eine Rolle.

    Krankheitsverlauf: Die Stadien des Morbus Perthes

    • Initialstadium: In dieser frühen Phase kommt es zu einem Gelenkerguss, der den Gelenkspalt erweitern kann.
    • Kondensationsstadium: Der Hüftkopfkern beginnt sich zu verdichten, was auf dem Röntgenbild sichtbar wird.
    • Fragmentationsstadium: Dies ist die Phase, in der der Hüftkopf zerfällt und fragmentiert, was zu einer deutlichen Veränderung seiner Form führt.
    • Reparationsstadium: Der Körper beginnt, das abgestorbene Knochengewebe abzubauen und neues Knochengewebe aufzubauen.
    • Ausheilungsstadium: Der Hüftkopf ist neu geformt und die Erkrankung heilt aus, wobei die endgültige Form des Hüftkopfes variieren kann.

    Zur Beurteilung des Schweregrades und zur Therapieplanung werden verschiedene Klassifikationen verwendet, wie die nach Catterall oder Herring. Diese Stadieneinteilungen helfen den Ärzten, das Ausmaß der Schädigung am Hüftkopf einzuschätzen und darauf basierend die bestmögliche Behandlungsstrategie zu entwickeln. Die Wahl der Therapie ist eng mit dem Stadium und dem prognostizierten Verlauf verknüpft.

    Wichtige Differentialdiagnosen: Was es sonst noch sein könnte

    • Coxitis fugax (Hüftschnupfen): Dies ist eine häufige und meist harmlose, vorübergehende Entzündung des Hüftgelenks, die bei Kindern nach viralen Infekten auftreten kann. Die Symptome ähneln oft denen des Morbus Perthes, aber die Erkrankung heilt in der Regel von selbst aus.
    • Juvenile idiopathische Arthritis: Eine chronische entzündliche Gelenkerkrankung, die ebenfalls Hüftschmerzen verursachen kann.
    • Epiphysäre Dysplasien: Dies sind genetisch bedingte Wachstumsstörungen der Knochen, die sich auch auf die Hüftentwicklung auswirken können.
    • Epiphysiolysis capitis femoris (jugendliche Hüftkopflösung): Eine ernste Erkrankung, bei der sich der Hüftkopf von der Wachstumsfuge löst. Sie tritt typischerweise bei älteren Kindern und Jugendlichen auf und erfordert eine sofortige Behandlung.

    Diagnose bestätigt: Die nächsten Schritte und Prognose

    Sobald die Diagnose Morbus Perthes bestätigt ist, rückt die Prognose des Kindes in den Fokus. Diese wird maßgeblich vom Alter des Kindes bei Krankheitsbeginn und dem Ausmaß der Schädigung des Hüftkopfes beeinflusst. Jüngere Kinder haben in der Regel eine bessere Prognose. Eine präzise Diagnostik legt den Grundstein für die individuelle Behandlungsplanung. Von der Feststellung der Erkrankung bis zur Umsetzung der Therapie sind oft mehrere Schritte notwendig, die darauf abzielen, die Form des Hüftkopfes zu erhalten und eine normale Funktion des Gelenks zu gewährleisten. Eine genaue Diagnose ist somit der entscheidende erste Schritt auf dem Weg zu einer gesunden Hüfte und einem guten Langzeitergebnis für das Kind.

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    Manfred Bruns

    Manfred Bruns

    Ich bin Manfred Bruns und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Gesundheit mit. In dieser Zeit habe ich umfassende Kenntnisse in der Prävention, Gesundheitsförderung und der ganzheitlichen Medizin erworben. Mein akademischer Hintergrund in Gesundheitswissenschaften sowie meine kontinuierliche Weiterbildung in verschiedenen Therapieansätzen ermöglichen es mir, fundierte und evidenzbasierte Informationen zu vermitteln. Meine Spezialisierung liegt in der Aufklärung über gesunde Lebensweisen und die Bedeutung von Prävention für ein langes, erfülltes Leben. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Gesundheit aktiv zu gestalten, und ich setze mich dafür ein, diese Botschaft zu verbreiten. Durch meine Artikel auf dieser Plattform möchte ich Leserinnen und Leser dazu inspirieren, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen. Ich lege großen Wert auf die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Informationen, die ich teile. Mein Ziel ist es, eine vertrauensvolle Quelle für alle zu sein, die sich für ihre Gesundheit interessieren und nach praktischen Tipps und wissenschaftlich fundierten Ratschlägen suchen.

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