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Manfred Bruns

Manfred Bruns

29. September 2025

Privatrezept ausstellen: E-Rezept für Privatpatienten einfach erklärt

Privatrezept ausstellen: E-Rezept für Privatpatienten einfach erklärt

Inhaltsverzeichnis

Das E-Rezept für Privatpatienten ist ein bedeutender Schritt in die digitale Zukunft der Gesundheitsversorgung. Es vereinfacht Prozesse sowohl für Ärzte als auch für Privatversicherte und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Artikel bietet Ihnen eine umfassende Anleitung zu den technischen, rechtlichen und praktischen Aspekten der Ausstellung und Nutzung des privaten E-Rezepts, damit Sie bestens informiert sind.

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Privates E-Rezept ausstellen So gelingt die digitale Verordnung in Ihrer Praxis

  • Das E-Rezept für Privatversicherte ist seit dem 1. Januar 2024 flächendeckend verfügbar und wird bis Ende 2025 zum Standard, auch wenn die Nutzung zunächst freiwillig ist.
  • Ärzte benötigen für die Ausstellung einen TI-Anschluss, ein E-Rezept-fähiges PVS-Modul, einen eHBA (zweite Generation) und einen Konnektor.
  • Die Ausstellung erfolgt digital im PVS mit anschließender qualifizierter elektronischer Signatur (QES) durch den Arzt.
  • Patienten erhalten das E-Rezept über die gematik E-Rezept-App, einen Papierausdruck des QR-Codes oder, falls vorhanden, über ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK).
  • Vorteile umfassen Effizienzsteigerung, erhöhte Medikationssicherheit, Flexibilität für Patienten und eine vereinfachte digitale Abrechnung über PKV-Apps.
  • Zukünftig ist eine Integration in die elektronische Patientenakte (ePA) sowie die Ausweitung auf Betäubungsmittel (BtM) und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) geplant.

Warum das E-Rezept für Privatpatienten jetzt relevanter ist als je zuvor

Seit dem 1. Januar 2024 ist das E-Rezept für Privatversicherte in Deutschland im Einsatz. Auch wenn die Nutzung für Privatversicherte und ihre Ärzte zunächst auf Freiwilligkeit beruht, wird sie stark gefördert und avanciert bis Ende 2025 zunehmend zum etablierten Standard. Die meisten privaten Krankenversicherungen (PKV) unterstützen diese Entwicklung aktiv.

  • Effizienz: Die Reduzierung von Papierkram und administrativen Aufwänden entlastet Praxen und beschleunigt Abläufe.
  • Sicherheit: Das Risiko von Rezeptfälschungen sinkt, und die Lesbarkeit der Verordnungen verbessert sich signifikant gegenüber handschriftlichen Rezepten.
  • Flexibilität: Patienten können ihre Rezepte digital an Apotheken übermitteln, Medikamente vorbestellen oder sogar eine Lieferung organisieren lassen.
  • Medikationssicherheit: Langfristig ist die Integration in die elektronische Patientenakte (ePA) geplant, was Medikationspläne optimiert und die Prüfung von Wechselwirkungen erleichtert.
  • Vereinfachte Abrechnung: Viele PKV-Apps bieten inzwischen eine Funktion zum digitalen Einreichen von Belegen, was den Prozess für Patienten erheblich vereinfacht.

Es ist wichtig, gängige Missverständnisse auszuräumen: Das private E-Rezept ist keine bloße digitale Kopie eines Papierrezepts, sondern eine eigenständige, digitale Verordnung. Die Abrechnung erfolgt weiterhin direkt zwischen Patient und Arzt oder Apotheke. Das E-Rezept ist für Privatpatienten (noch) keine Verpflichtung.

Telematikinfrastruktur Arztpraxis E-Rezept Konnektor

Die technische Checkliste für Ihre Praxis: Sind Sie bereit für das private E-Rezept?

Um private E-Rezepte erfolgreich ausstellen zu können, müssen Arztpraxen einige technische Voraussetzungen erfüllen. Diese stellen sicher, dass die Verordnungen sicher und rechtsgültig erstellt und übermittelt werden können.

Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) muss ein spezielles E-Rezept-Modul für Privatrezepte unterstützen. Dies bedeutet oft, dass ein Update Ihres bestehenden Systems erforderlich ist, um die volle Funktionalität zu gewährleisten.

Die Telematikinfrastruktur (TI) bildet das sichere Rückgrat für den Austausch von Gesundheitsdaten. Ein Konnektor, wie beispielsweise die KoCoBox MED+, ist unerlässlich, um die sichere Kommunikation zwischen Ihrer Praxis und der TI zu ermöglichen.

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) der zweiten Generation spielt eine zentrale Rolle. Er ist für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) unerlässlich, mit der Sie als Arzt Ihre E-Rezepte rechtsgültig unterschreiben.

Schritt-für-Schritt E-Rezept Ausstellung Arzt Patientenübergabe

Private E-Rezepte ausstellen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Praxisalltag

  1. Patientendaten korrekt im PVS anlegen: Erstellen Sie das Rezept wie gewohnt in Ihrem PVS und wählen Sie dabei explizit die Option "Privatrezept" aus. Stellen Sie sicher, dass alle Patientendaten aktuell und korrekt sind.
  2. Die Verordnung erstellen und digital signieren: Nach der Erstellung des Rezepts im PVS erfolgt der entscheidende Schritt der digitalen Signatur. Stecken Sie Ihren eHBA in das Lesegerät und folgen Sie den Anweisungen Ihres PVS, um die qualifizierte elektronische Signatur (QES) anzubringen. Dies macht das E-Rezept rechtsgültig.
  3. Die drei Wege der Rezeptübergabe an den Patienten erklärt: Nachdem das Rezept digital signiert wurde, muss es dem Patienten zur Verfügung gestellt werden. Hierfür gibt es drei bewährte Methoden:
    • Die E-Rezept-App: Der digitale Königsweg für Ihre Patienten: Die gematik E-Rezept-App ist die bevorzugte Methode für viele Privatpatienten. Nach der Ausstellung kann der Arzt den QR-Code direkt in die App des Patienten übertragen oder der Patient scannt ihn selbst ein. Die App dient dann als digitales Rezeptdepot.
    • Der Token-Ausdruck: Die sichere Alternative für alle Fälle: Sollte ein Patient kein Smartphone besitzen oder die App nicht nutzen wollen, können Sie einen Papierausdruck des QR-Codes erstellen. Dieser Ausdruck, oft als "Token" bezeichnet, dient als Fallback-Lösung und ist in jeder Apotheke einlösbar.
    • Die Gesundheitskarte (eGK): Wann sie auch für Privatpatienten eine Rolle spielt: Auch Privatpatienten, die von ihrer Versicherung eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) erhalten haben, können diese nutzen. Durch das Stecken der eGK in das Kartenterminal in der Apotheke kann das E-Rezept abgerufen werden, sofern die Karte entsprechend freigeschaltet ist.

Aus Patientensicht: Wie Privatversicherte das E-Rezept empfangen und nutzen

Für Privatversicherte ist der Empfang und die Einlösung des E-Rezepts unkompliziert gestaltet. Nach der Ausstellung durch den Arzt haben sie verschiedene Möglichkeiten, auf ihre digitale Verordnung zuzugreifen und diese in der Apotheke einzulösen.

In der Apotheke ist die Einlösung denkbar einfach: Der Patient muss lediglich den QR-Code in seiner E-Rezept-App oder auf dem Papierausdruck vorzeigen. Alternativ kann er, falls vorhanden, seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) ins Kartenterminal stecken, um das Rezept abzurufen.

Ein wesentlicher Vorteil für Privatpatienten ist die Integration des E-Rezepts in die Apps ihrer privaten Krankenversicherungen. Viele PKVs haben diese Funktionalität bereits vollständig in ihre Service-Apps integriert. Dies ermöglicht eine digitale Einreichung der Belege direkt über die App, was die Abrechnung erheblich vereinfacht und beschleunigt.

Datenschutz und Sicherheit sind bei der Nutzung des E-Rezepts selbstverständlich gewährleistet. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt über die Telematikinfrastruktur, und der Zugriff auf die Rezepte ist durch die persönlichen Zugangsdaten des Patienten geschützt.

Häufige Hürden und wie Sie diese elegant meistern

Trotz der vielen Vorteile können bei der Einführung und Nutzung des privaten E-Rezepts gelegentlich Hürden auftreten. Hier sind einige typische Probleme und praktische Lösungsansätze, um den Prozess für Sie und Ihre Patienten reibungslos zu gestalten.

Sollte ein Patient kein Smartphone besitzen oder die E-Rezept-App nicht nutzen wollen, ist das kein Problem. Die einfachste Lösung ist die Ausgabe eines Papierausdrucks des QR-Codes. Falls der Patient eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) besitzt, kann diese ebenfalls zur Einlösung des Rezepts in der Apotheke verwendet werden.

Bei technischen Störungen während des Signaturvorgangs ist es ratsam, zunächst die grundlegenden Komponenten zu überprüfen: Ist der eHBA korrekt eingesteckt und gültig? Funktioniert der Konnektor einwandfrei? Sind alle notwendigen PVS-Updates installiert? Oftmals lassen sich Probleme durch eine Überprüfung dieser Punkte beheben.

Hinsichtlich der Abrechnung und Erstattung durch die PKV gilt: Die Abrechnung erfolgt weiterhin direkt zwischen Patient und Leistungserbringer (Arzt/Apotheke). Die digitalen Möglichkeiten, wie die PKV-Apps, vereinfachen lediglich die Einreichung der Belege für den Patienten, ändern aber nichts am grundsätzlichen Abrechnungsmodus.

Die Zukunft des Privatrezepts: Was kommt nach der Einführung?

Die Einführung des E-Rezepts für Privatpatienten ist erst der Anfang. Es sind weitere Entwicklungen geplant, die die digitale Gesundheitsversorgung noch weiter vorantreiben und verbessern werden.

Die Nutzung des E-Rezepts wird voraussichtlich auf weitere Verordnungsarten ausgeweitet. Dies schließt zukünftig auch Betäubungsmittel (BtM) und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) mit ein, und zwar auch für den Privatsektor.

Die Vision ist eine nahtlose Integration des E-Rezepts in die elektronische Patientenakte (ePA). Dies würde die Optimierung von Medikationsplänen und die gesamte Patientenversorgung auf ein neues Level heben, indem alle relevanten Informationen zentral verfügbar sind.

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Manfred Bruns

Manfred Bruns

Ich bin Manfred Bruns und bringe über 15 Jahre Erfahrung im Bereich Gesundheit mit. In dieser Zeit habe ich umfassende Kenntnisse in der Prävention, Gesundheitsförderung und der ganzheitlichen Medizin erworben. Mein akademischer Hintergrund in Gesundheitswissenschaften sowie meine kontinuierliche Weiterbildung in verschiedenen Therapieansätzen ermöglichen es mir, fundierte und evidenzbasierte Informationen zu vermitteln. Meine Spezialisierung liegt in der Aufklärung über gesunde Lebensweisen und die Bedeutung von Prävention für ein langes, erfülltes Leben. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine Gesundheit aktiv zu gestalten, und ich setze mich dafür ein, diese Botschaft zu verbreiten. Durch meine Artikel auf dieser Plattform möchte ich Leserinnen und Leser dazu inspirieren, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen. Ich lege großen Wert auf die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Informationen, die ich teile. Mein Ziel ist es, eine vertrauensvolle Quelle für alle zu sein, die sich für ihre Gesundheit interessieren und nach praktischen Tipps und wissenschaftlich fundierten Ratschlägen suchen.

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