Mumps ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen befällt. Obwohl viele Menschen die Krankheit als harmlos einstufen, kann sie gerade bei Jugendlichen und Erwachsenen zu unangenehmen Komplikationen führen. Ein frühes Erkennen der Symptome ist daher entscheidend, um nicht nur die eigene Gesundheit zu schützen, sondern auch die Weiterverbreitung zu verhindern. In diesem Artikel beleuchte ich die typischen Anzeichen von Mumps, den Verlauf der Krankheit und worauf Sie achten sollten.
Mumps-Symptome erkennen: Von unspezifischen Anzeichen bis zur typischen Drüsenschwellung
- Das charakteristischste Symptom von Mumps ist die schmerzhafte Schwellung einer oder beider Ohrspeicheldrüsen, die zu den "Hamsterbacken" führt.
- Die Krankheit beginnt oft mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, die 1-2 Tage vor der Drüsenschwellung auftreten.
- Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 16 bis 18 Tage, kann aber zwischen 12 und 25 Tagen variieren.
- Patienten sind bereits 3 bis 7 Tage vor dem Auftreten der Schwellung ansteckend und bleiben es bis zu 9 Tage danach.
- Mumps kann zu ernsthaften Komplikationen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Hodenentzündung (Orchitis) oder in seltenen Fällen Hörverlust führen.
- Die wirksamste Vorbeugung ist die MMR-Impfung, die von der STIKO empfohlen wird.
Die ersten Anzeichen von Mumps
Bevor die typische Schwellung der Ohrspeicheldrüsen einsetzt, macht sich Mumps oft durch unspezifische, grippeähnliche Symptome bemerkbar. Diese können bereits ein bis zwei Tage vor der sichtbaren Schwellung auftreten und umfassen meist Fieber, das im Bereich von 38 °C bis 39,5 °C liegen kann. Hinzu kommen oft Kopf- und Gliederschmerzen, ein deutliches Gefühl der Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Diese frühen Anzeichen sind wichtig, da sie bereits auf eine beginnende Infektion hindeuten können, auch wenn die charakteristische Drüsenschwellung noch ausbleibt.
Das klassische Symptom: Wie sich die Ohrspeicheldrüsenschwellung anfühlt
Das unverkennbare Zeichen von Mumps ist die schmerzhafte Schwellung einer oder, häufiger, beider Ohrspeicheldrüsen. Diese Drüsen befinden sich direkt vor den Ohren und unterhalb des Kieferwinkels. Die Schwellung kann so ausgeprägt sein, dass sie dem Gesicht ein rundliches, hamsterartiges Aussehen verleiht daher der umgangssprachliche Begriff "Hamsterbacken". Diese Schwellung ist oft mit deutlichen Schmerzen verbunden, die sich besonders beim Kauen, Schlucken oder sogar beim Sprechen bemerkbar machen. Manchmal strahlen die Schmerzen auch bis zum Ohr aus.

Der typische Krankheitsverlauf: Was Sie erwartet
Die Inkubationszeit: Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen
Nachdem man sich mit dem Mumpsvirus infiziert hat, vergeht eine gewisse Zeit, bis die ersten Symptome auftreten. Diese Phase nennt man Inkubationszeit. Bei Mumps ist diese Zeitspanne relativ lang und liegt im Durchschnitt bei 16 bis 18 Tagen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Inkubationszeit auch kürzer oder länger sein kann, typischerweise zwischen 12 und 25 Tagen. Während dieser Zeit vermehrt sich das Virus im Körper, ohne dass der Infizierte bereits etwas davon merkt.
Von den ersten Grippe-Anzeichen bis zur vollen Schwellung: Eine Zeitachse
- 1-2 Tage vor der Schwellung: Die ersten unspezifischen Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl treten auf.
- Auftreten der Schwellung: Die Ohrspeicheldrüsen beginnen anzuschwellen, meist einseitig beginnend, aber oft auch bald auf der anderen Seite. Die Schwellung ist schmerzhaft und kann das Kauen und Schlucken erschweren. Das Fieber kann in dieser Phase weiter ansteigen.
- Höhepunkt der Erkrankung: Die Drüsenschwellung erreicht nach einigen Tagen ihren Höhepunkt. Die Schmerzen sind am stärksten.
- Abklingen der Symptome: Innerhalb von etwa 7 bis 10 Tagen klingen die Schwellung und die Schmerzen allmählich ab. Das Fieber sinkt, und das allgemeine Wohlbefinden kehrt zurück.
Wann beginnt die Ansteckungsgefahr und wie lange bleibt sie bestehen?
Ein wichtiger Aspekt von Mumps ist die Ansteckungsfähigkeit. Schon bevor die typischen Symptome wie die Drüsenschwellung sichtbar werden, kann das Virus übertragen werden. Infizierte Personen sind in der Regel bereits 3 bis 7 Tage vor dem Auftreten der Ohrspeicheldrüsenschwellung ansteckend. Diese Ansteckungsfähigkeit hält auch nach dem Beginn der Schwellung noch an und kann bis zu 9 Tage danach bestehen bleiben. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht jedoch kurz vor und kurz nach dem Einsetzen der Schwellung. Dies macht es schwierig, die Ausbreitung einzudämmen, da Menschen ansteckend sein können, ohne dass sie oder andere es wissen.
Unterschiede bei den Symptomen: Nicht jeder erlebt Mumps gleich
Mumps bei Kindern: Oft ein milderer Verlauf?
Bei Kindern verläuft eine Mumps-Infektion häufig milder als bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Symptome können weniger ausgeprägt sein, und manchmal bleibt die charakteristische Drüsenschwellung sogar ganz aus. Dennoch können auch Kinder ansteckend sein und Komplikationen entwickeln.
Warum Mumps bei Erwachsenen oft schwerwiegender ist
Jugendliche und Erwachsene leiden oft stärker unter Mumps als Kinder. Das bedeutet, dass das Fieber höher sein kann und das allgemeine Krankheitsgefühl intensiver empfunden wird. Vermutlich ist das Immunsystem bei älteren Personen reaktiver, was zu einer stärkeren Entzündungsreaktion führt. Dies erhöht auch das Risiko für ernsthafte Komplikationen, auf die wir später noch eingehen werden.
Achtung, Komplikationen! Diese Warnsignale dürfen Sie nicht ignorieren
Hirnhautentzündung (Meningitis): Starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit als Alarmsignal
Eine der häufigsten und gefürchtetsten Komplikationen von Mumps ist die Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt. Sie tritt bei etwa 5-10 % der Mumps-Erkrankten auf. Die Symptome sind oft dramatisch: starke, pochende Kopfschmerzen, eine schmerzhafte Nackensteifigkeit, die es schwer macht, das Kinn auf die Brust zu legen, eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit (Photophobie) sowie Übelkeit und Erbrechen. Bei Verdacht auf Meningitis ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig.
Hodenentzündung (Orchitis): Ein ernstes Risiko für Jungen und Männer
Bei männlichen Jugendlichen und Erwachsenen kann Mumps zu einer Hodenentzündung, der Orchitis, führen. Dieses Risiko besteht bei etwa 20 bis 30 Prozent der nach der Pubertät an Mumps erkrankten Männer. Die Orchitis äußert sich durch eine schmerzhafte Schwellung eines oder beider Hoden, oft begleitet von hohem Fieber und Schüttelfrost. In einigen Fällen kann eine schwere Orchitis zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder in seltenen Fällen sogar zu Unfruchtbarkeit führen.
Seltenere, aber ernste Folgen: Von Bauchspeicheldrüsenentzündung bis Hörverlust
Neben Meningitis und Orchitis kann Mumps auch andere, wenn auch seltenere, Komplikationen nach sich ziehen:
- Oophoritis (Eierstockentzündung): Bei etwa 5 % der weiblichen Patientinnen nach der Pubertät kann es zu einer Eierstockentzündung kommen, die sich durch Unterleibsschmerzen bemerkbar macht.
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): Diese Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist eine ernste Komplikation, die sich durch starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen äußert.
- Innenohrschwerhörigkeit: In sehr seltenen Fällen kann Mumps zu einer Innenohrschädigung führen, die einen plötzlichen, ein- oder beidseitigen Hörverlust zur Folge hat. Dies ist eine der gefürchtetsten Komplikationen, da sie dauerhaft sein kann.
Was tun bei Verdacht? Diagnose und Linderung der Symptome
Wann ist ein Arztbesuch unerlässlich?
Bei jedem Verdacht auf Mumps sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig: Nur ein Arzt kann die Diagnose Mumps sicher stellen, oft durch eine Untersuchung und gegebenenfalls durch Labortests. Zudem ist es entscheidend, mögliche Komplikationen wie Meningitis oder Orchitis frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen und das Risiko von Langzeitschäden minimieren.
Welche Hausmittel wirklich bei Schmerzen und Schwellung helfen
Gegen das Mumps-Virus selbst gibt es keine spezielle medikamentöse Behandlung. Die Therapie konzentriert sich daher darauf, die Symptome zu lindern und den Körper bei der Abwehr des Virus zu unterstützen. Folgende Maßnahmen können helfen:
- Schmerz- und Fiebermittel: Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können Fieber senken und Schmerzen lindern. Hierbei ist die richtige Dosierung gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Anweisung wichtig.
- Bettruhe: Ausreichend Ruhe unterstützt das Immunsystem bei der Bekämpfung der Infektion.
- Weiche Kost: Da das Kauen schmerzhaft sein kann, ist eine weiche Kost empfehlenswert, um die Kaubeschwerden zu minimieren.
- Kühlende Umschläge: Äußerlich angewendete, kühle Umschläge auf den geschwollenen Wangen können Linderung verschaffen und die Schwellung reduzieren.

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Der beste Schutz: Warum die MMR-Impfung so entscheidend ist
Wie funktioniert die Impfung und wie sicher ist sie?
Die wirksamste und sicherste Methode, um sich vor Mumps zu schützen, ist die Impfung. Der Impfstoff, der in Deutschland üblicherweise verwendet wird, ist der MMR-Impfstoff, der gleichzeitig vor Masern, Mumps und Röteln schützt. Die Impfung schwächt die Viren so ab, dass sie keine Krankheit mehr auslösen können, aber das Immunsystem dazu anregt, Antikörper zu bilden. Diese Antikörper schützen dann bei einem späteren Kontakt mit dem natürlichen Erreger. Die MMR-Impfung gilt als sehr sicher und gut verträglich. Wie bei jeder Impfung können leichte Nebenwirkungen wie Rötungen an der Einstichstelle oder leichtes Fieber auftreten, schwere Nebenwirkungen sind äußerst selten.
Die offiziellen Impfempfehlungen der STIKO für Kinder und Erwachsene
Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland gibt klare Empfehlungen zur MMR-Impfung ab:
- Für Kinder: Die STIKO empfiehlt eine zweifache Impfung. Die erste Dosis sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten verabreicht werden, die zweite Dosis dann im Alter von 15 bis 23 Monaten.
- Für Erwachsene: Für Personen, die nach 1970 geboren sind und noch keine oder nur eine unvollständige Impfung gegen Mumps erhalten haben, empfiehlt die STIKO ebenfalls die Nachholung der Impfung. Dies ist besonders wichtig für Personen, die engen Kontakt zu Kleinkindern haben oder in Berufen arbeiten, in denen Mumps häufiger vorkommt (z.B. im Gesundheitswesen oder in Bildungseinrichtungen).
